Steffen Mück
Für das Geschehen auf den Monitoren des Steffen Mück hat die deutsche Sprache kein passendes Wort: "flimmern" bezeichnet zwar die Frequenz der Lichterscheinungen, vermittelt aber keinen Begriff von ihrer Intensität - "blitzen" beschreibt zwar diese Intensität, impliziert aber immer eine gewisse Einmaligkeit. Man stelle sich also ein "blitzendes Flimmern" vor, das, rhythmisch strukturiert, postkartengroß auf der Wand erscheint. Genauer: in der Wand, hinter einer Plexiglasscheibe, die plan mit deren Oberfläche abschließt. Vom Nebenraum aus sieht man das Equipment: den eingelassenen Kontrollmonitor und den Videoplayer, der das Band mit den computer-generierten Folgen von Lichtblitzen abspielt. Eine rein technische Angelegenheit also, aber durchaus nicht ohne Sinnlichkeit. Wer Steffen Mücks Malerei kennt, wird sich fragen, was die Dinge gemein haben: Die stillen Bilder, die mit minimalen Deformationen von Grundformen fruchtbare Irritationen auslösen und Videoarbeiten, die an optischer Aggressivität kaum zu überbieten sind. In beidem geht es um Wahrnehmungen an der Grenze der Wahrnehmung. Steffen Mück arbeitet bewußt mit dem optischen Sensorium des Betrachters, indem er dessen Schwellen thematisiert: Reizt seine Malerei Augen und Sinn mit kleinsten Abweichungen von der Norm der vollkommenen Kreisform, überwältigen die Lichtblitze in einer Frequenz jenseits der Verarbeitungsgrenze die Rezeptoren und bringen sie zur Kreativität.

Bilder: Monitorarbeit; Monitor, Video, Plexiglas; Leipzig; 1998
Text: Tim Sommer


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