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Dörte Hausbeck
Ein Foto liefert immer nur einen Ausschnitt der Welt. Dieser Binsenweisheit
gewinnt Dörte Hausbeck einen überraschenden neuen Aspekt ab. Was sie uns
vorführt, sind nämlich Ausschnitte im wahrsten Sinne des Wortes. Es sind
Motive, die sie aus eigenen Fotos heraus geschnitten hat und deren Konturen
den Rand ihrer Bilder und Objekte bilden. Ein Waldstück mit See in der
Mitte, eine Reihe nebeneinander stehenden Plastikstühle, eine große Schar
Tauben, die sich irgendwo niedergelassen hat, oder eine Fontäne auf einem
städtischen Platz, vielleicht in einem Kurort, deren Sprühradius zum Rand
des ausgeschnittenen Bildes wurde. Manchmal ragen einzelne Formen weit aus
einem geschlossenem Umriss heraus, so bei einem wallartig von abgesägten
Baumstämmen umgebenem Spielplatz. Hat sie das auf einem Abenteuerspielplatz
aufgenommen oder in einer Waldlichtung entdeckt? Oder handelt es sich um ein
Miniaturmodell für eine Eisenbahnanlage? Das könnte auch für einen
moosbewachsenen Hügel mit einer Tunnelöffnung gelten, der von
Stonhenge-artigen Steinbrocken umgeben ist. Die Assoziation an Versatzstücke
einer Faller-Haus-Welt stellt sich häufig ein, vor allem dann, wenn Dörte
Hausbeck das Objekt durch Knitterungen reliefhaft hervortreten läßt.
Wir bekommen isolierte "Elemente" eines möglichen Enviroments vorgeführt,
wobei die Vernachlässigung des orginalen Größenmaßstabs die Irritation
darüber hervorruft, ob wir es mit "Realität" oder einem verkleinerten Modell
zu tun haben. (...)
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Bilder: 1) 'Wandarbeit (Berg)'; 190 x 75 x 45 cm; Farbkopien; 2003 2) 'Wandarbeit (Schnee)'; 185 x 80 x 20 cm; Farbkopien; 2003
Text: Ludwig Seyfarth
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