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Katia Kelm
Unschärfe kann brauchbar sein, um schärfer zu sehen. Innere Bilder
erwachen leichter bei Dämmerung, dann schlüpfen sie hervor und feiern
ihre Feste. Gesichtslose Geister erhalten ihr Gesicht. Die Maskerade
gefällt ihnen, lockt sie an. Aber sind sie einmal hier und die Tür ist
fest verschlossen, was hindert uns noch daran, das Licht anzuschalten?
Dass wir auch so gerne feiern?
Sich mit der Angst einzulassen, braucht einen Moment der Entscheidung und
dieser ist so winzig klein, dass er weder sichtbar noch fassbar ist. Wie
sieht er also aus, dieser Moment des Loslassens der schweren Stricke,
die uns die Hoffnung knüpfte?
Mein Anliegen ist eine Annäherung an ein bildliches Narrativ, das den
Zustand der Enthüllung und ihr Umfeld, das sie einzuläuten vermag,
metaphorisch beschreiben könnte. Wobei ich mich dabei kaum sachlich
verhalte oder gar hobbywissenschaftlich, sondern mich vielmehr um ein
subjektiv assoziiertes Bild für die oben beschriebenen Umstände bemühe.
Ich zupfe mal probeweise am Faden zwischen den zwei Hauptrollen Angst
und Illusion, halte mein Ohr dran und lausche, wie er klingt.
Dankeschön für die technische Umsetzung der ausgestellten Arbeit an
Christine Ebeling.
Bild: 'Verzicht macht grau, das schätzt hier Keiner' (Detail); Knetmasse, PU Hartschaum, Motor, CD Abspielgerät; 2002
Text: Katia Kelm, Hamburg 2004
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